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170.000 Arbeitslose verschwinden aus der Statistik

Die Zahl der Arbeitslosen entwickelt sich seit Längerem positiv – doch wie viel davon ist möglicherweise einfach nur ein statistischer Trick?

Langzeitarbeitslosigkeit ist eines der Probleme, dass alle Parteien und auch immer wieder Sozialforscher angehen und aus der Welt räumen wollen. Entsprechend groß ist die Freude immer dann, wenn die Langzeitarbeitslosigkeit sinkt. Doch laut einer Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag ist ein relevanter Anteil der sinkenden Zahlen bei der Langzeitarbeitslosigkeit in einem bestimmten Trick begründet – der Hintergrund ist eine Sonderregelung für Ältere.

Mit über 58 Jahren trotz Job nicht mehr arbeitslos

Das Bundesarbeitsministerium musste in Hinblick auf eine Anfrage der Linken-Fraktion zugeben, dass Menschen über 58 Jahren immer öfter aus der Arbeitslosenstatistik fallen. Der Grund dafür ist nicht etwa ein neuer Job, sondern eine gesetzliche Sonderregelung. Wer 59 Jahre oder älter ist und mehr als zwölf Monate Hartz IV bezogen haben, ohne gleichzeitig einen Job angeboten zu bekommen, fällt durch die besondere Regelung automatisch aus der Statistik. Dabei sind viele der betroffenen Verbraucher auch weiterhin auf der Suche nach einem Job, weswegen sie auch offiziell eigentlich noch arbeitssuchend sein sollten. Für die Statistik allerdings wird die relevante Zahl an älteren Arbeitslosen geschönt.

Über 170.000 Menschen fallen aus der Statistik

Gerade die Zahlen zeigen deutlich, dass die sogenannte Sonderregelung durchaus weit greift: Im Jahr 2019 lag der Schnitt der von dieser Regelung betroffenen Verbraucher demnach bei über 170.000 Deutschen, 2018 waren es knapp 167.000 gewesen. Besonders bedenklich ist allerdings die Entwicklung auf längere Frist. Im Jahr 2008 lag die Zahl der Verbraucher, die unter diese Sonderregelung fallen, nur bei knapp über 20.000. Das bedeutet konkret, dass sich die Zahl der Betroffenen in einem Jahrzehnt mehr als verachtfacht hat. Der statistische Trick hat deshalb auch einen relevanten Anteil an den in den letzten Jahren sinkenden Arbeitslosenzahlen.

Betroffene haben oft dennoch finanzielle Probleme

Dass die betroffenen Menschen keineswegs einfach aus der Statistik fallen sollten, liegt auch an deren Situation. Finanzielle Probleme und der Wunsch nach einem Job gehören auch in dieser Gruppe zur Tagesordnung. Sicherlich nicht wenige setzen auch auf ein Produkt wie das Konto ohne Schufa und eine Schuldnerberatung, um sich über Wasser zu halten. Auch soziapolitisch ist diese Regel zweifelsfrei fraglich. "Dass arbeitslose über 58-jährige Hartz-IV-Beziehende nach einem Jahr ohne Jobangebot automatisch nicht mehr als arbeitslos gelten, schafft Anreize zur Nichtförderung dieser Personengruppe", kritisiert etwa die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann gegenüber dem RND. Nachvollziehbar ist das sicherlich, denn auch außerhalb der Statistik wird es für die betroffenen Menschen nicht gerade einfacher einen Job zu finden.


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