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Wie die Überschuldung ohne Sondereffekte aussieht

Eine Verdopplung der Anfragen bei Schuldnerberatungen, aber kein Anstieg der Überschuldung? Ein Beispiel zeigt die große Dunkelziffer bei Schulden in Deutschland.

Jedes Jahr wird in Deutschland die Zahl der überschuldeten Verbraucher erhoben. Gemeint sind damit diejenigen, die nicht mehr in der Lage sind, ihre regelmäßigen und unregelmäßigen Verbindlichkeiten rechtzeitig zu bedienen. Die Zahl liegt seit Langem im Millionenbereich und ist anders als die Zahl der Menschen in Privatinsolvenz in den letzten Jahren nicht zurückgegangen. Im Jahr 2020 sah das kurioserweise anders aus – allerdings wohl primär deshalb, weil es eine enorm große Dunkelziffer gibt.

Doppelt so viele Kunden bei Beratungsstellen

Die Süddeutsche Zeitung hat sich mit Blick auf die bayerische Landeshauptstadt die Zahlen einmal ganz genau angesehen und verantwortliche Personen gefragt. Wie sehr die aktuellen Zahlen täuschen, zeigt dabei schon ein Blick auf die Aussagen der Sozialreferentin, Dorothee Schiwy von der SPD. Die Politikerin erklärt unter anderem, dass die Zahl der Kunden von Schuldnerberatungen sich verdoppelt habe, sie sieht auch „eine ähnliche Explosion haben wir bei Anträgen auf Sozialwohnung, Wohngeld und Unterhaltsvorschuss“. Diese Aussagen lassen durchaus aufhorchen, denn statistisch betrachtet gab es im vergangenen Jahr sowohl weniger Privatinsolvenzen als auch weniger überschuldete Verbraucher – auch in München.

Große Gefahr einer steigenden Überschuldung

„Sollten wir eine Pleitewelle bekommen, ist die Gefahr groß, dass die Überschuldung steigt“, erklärt dazu Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung von Creditreform, der die aktuellen Entwicklungen mit Blick auf die Überschuldung als Sondereffekt beschreibt. Konkret ist die Zahl der überschuldeten Verbraucher laut der Auswertung von Creditreform im vergangenen Jahr gesunken. In München etwa gab es einen Rückgang von 1,7 Prozent. Hintergrund dessen sind laut Hantzsch und anderen Experten aber nicht etwa positive Entwicklungen, sondern primär staatliche Hilfsmaßnahmen wie die Kurzarbeit oder die Aussetzung der Insolvenzpflicht. Der Experte prophezeit eine „eine lange Delle langfristig ansteigender Arbeitslosigkeit“, die auch eine wachsende Überschuldung zur Folge haben.

Große Dunkelziffer von betroffenen Verbrauchern

Dass immer mehr Menschen in Deutschland auf ein Produkt wie das Girokonto ohne Schufa setzen, ist ein guter Indikator dafür, wie groß die Dunkelziffer bei der Überschuldung hierzulande mittlerweile ist. Dass es immer mehr Menschen mit Finanzproblemen gibt, zeigt sich auch an einer Sonderauswertung von Creditreform München und der Süddeutschen Zeitung. Demnach sind insgesamt mehr als 26.000 Verbraucher zusätzlich von einer Überschuldung betroffen, als aus den offiziellen Daten hervorgeht. Statt eines Rückgangs der Privatinsolvenz von knapp 2 Prozent, wäre das ein Anstieg von 20 Prozent im letzten Jahr. Dass zudem ein Viertel der Verbraucher Angst hat, in den nächsten Monaten nicht mehr alle Verbindlichkeiten zu begleichen, zeigt gut, wie ernst die Situation ist.


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